«Mir ware gär am Kongo...»
Am 30. Juni feiert die Demokratische Republik Kongo den 50. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Für die Luxemburger in dem schwarzafrikanischen Land kam diese politische Entscheidung äußerst abrupt. Trotz des überstürzten Abschieds bleiben viele gute Erinnerungen.
Text: Claude Wolf
claude.wolf@revue.lu
Fotos: Anje Kirsch, Revue Archiv, Privat Archiv
Es ist nicht die Weltmeisterschaft, die sie dieser Tage vor den Fernseher zieht. Es ist das Rahmenprogramm, die Magazin- und Nachrichtensendungen über Afrika. Dem Kontinent sind sie verbunden geblieben, dem Land haben sie verziehen, dass es sie vor 50 Jahren völlig unvorbereitet verjagt hat. «Ein Abenteuer» nennt Yvonne Dolizy-Harpes ihre sechs Jahre im Kongo. Drei Monate dauerte es, bis die 22-jährige Lehrertochter in Uele, im äußersten Norden des Landes ankam, wo ihr Mann, ein Tierarzt, im Auftrag des belgischen Staats eine Rinderfarm aufbaute. Die robusten afrikanischen Dahomey-Kühe wurden dort mit den europäischen Milch- und Fleischrassen gekreuzt und wurden so gegen die Schlafkrankheit resistent. Daneben hat er Elefanten versorgt und auch Menschen gesund gepflegt, wie seinen treu ergebenen Boy Monfou. «Wir lebten mitten in der Savanne, in einem einfachen Lehmhaus. Aber ich war nie allein. Mir stand immer und in jeder Situation jemand zur Seite», erklärt die vitale Dame.
Ungewöhnliche Ereignisse gab es öfters. Ihre älteste Tochter Marie-Claire hat sie im Badezimmer einer Tropenstation zur Welt gebracht, die zweite, Mady, wurde im Auto geboren. «Ich durfte nicht auf die Wöchnerinnenstation der schwarzen Frauen, sondern musste ins 200 Kilometer entfernte Amadi fahren. Ich hab’s nicht geschafft.» Yvonne Dolizy lacht verschmitzt und erinnert sich an einen Empfang für die offiziellen belgischen Territorialbeamten, bei dem sie alle Schätze ihrer Aussteuer auf dem rustikalen Tisch ausbreitete. Zu essen gab es allerdings nur Ziegengelee, weil kurz zuvor ein Bauer eine Ziege gebracht hatte. «Man durfte nicht anspruchsvoll sein.» Erst als der Garten seine Ernten hervorbrachte, wurde der Speiseplan abwechslungsreicher. Mit ihrem Koch André versuchte sich die junge Luxemburgerin an den Rezepten aus der «Femmes d’Aujourd’hui», die ihr nach Afrika nachgeschickt wurde.
Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Revue Nr. 26/10




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