Urlaub vom Stress
Endlich Ferien – abschalten, entspannen, die Batterien wieder aufladen. Das gelingt aber nicht immer. Im Gegenteil: Zu Beginn des Urlaubs steigt sogar die Gefahr, plötzlich krank zu werden. Richtiges Entspannen kann man lernen, wie Fernand Anton, Professor für Biologische Psychologie an der Universität Luxemburg erklärt.
Text: Andrea Glos
andrea.glos@revue.lu
Revue: Viele Menschen kennen das: Kaum ist man am Urlaubsort angekommen, wird man krank. Woran liegt das?
Prof. Fernand Anton: Wenn Menschen über einen längeren Zeitraum massiv unter Stress stehen, sind in der Regel im Körper zwei Systeme betroffen. Das ist einerseits das so genannte sympathische Nervensystem, das den Stress verarbeitet. Dies bewirkt, dass beispielsweise das Herz schneller schlägt, der Blutdruck erhöht wird, die Energie steigt. Diesen Mechanismus haben wir von unseren Vorfahren geerbt, um schnell vor Gefahren flüchten zu können. Das zweite System, das bei Stress einsetzt, sind die klassischen Stresshormone, wie Kortisol, das ebenfalls Energie freisetzt. Zuätzlich beeinflussen beide Systeme die Aktivität des Immunsystems. Wer nun über einen längeren Zeitraum diese beiden Systeme auf einem hohen Aktivitätsniveau hält, läuft Gefahr, dass sobald der Stress plötzlich nachlässt, die Systeme neu ausbalanciert werden müssen. Damit hat der Organismus unter Umständen Probleme – das Krankheitsrisiko erhöht sich.
Laut einer Umfrage fühlt sich fast die Hälfte aller Urlauber nach den Ferien nicht optimal erholt. Was könnte der Grund dafür sein?
Das ist in der Tat eine Sache, die wir häufig beobachten: In unserer Gesellschaft haben viele Menschen Probleme, überhaupt zu entspannen, nicht nur im Urlaub. Ein Grund dafür sind die zunehmenden Umweltreize, die immer wieder – ob im Alltag oder in den Ferien – die Erinnerung an eine Stresssituation und somit eine Stressreaktion auslösen. Das Handy ist hier ein gutes Beispiel.
Wie sorgt man in den Ferien für den perfekten Ausgleich zum Arbeitsalltag?
Ein ganz wichtiger Punkt ist mit Sicherheit die Ablenkung, im Volksmund auch der berühmte «Tapetenwechsel» genannt. Der zweite wichtige Punkt ist ein ausgewogenes Aktivitätsprogramm, das aber auf keinen Fall in Stress ausarten soll.
Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Revue Nr. 29/10




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