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Touristen statt Puppen

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Israel ist ein intensives Land. Noch intensiver erlebt es, wer sich Claude Sternberg anschließt. Seit 25 Jahren lebt der bekennende Zionist aus dem einst bekanntesten Luxemburger Spielzeugladen als Reiseleiter in Jerusalem.

Text und Fotos: Luc Marteling




«Ech verléiere meng Wierder.» So begrüßt Claude Sternberg seine Reisegruppe. Sie stammt wie er aus Luxemburg. Im Schatten des mächtigen Jaffa-Tores in der Jerusalemer Altstadt hatten sie sich verabredet. «Ich werde einen Cowboyhut tragen, Sie werden mich gleich erkennen», hatte er am Telefon sagt. Und seine Prognose stimmte: Trotz der allgemeinen Betriebsamkeit, die am Fuße der dicken Festungsmauern herrscht – es ist Freitag und mit Sonnenuntergang beginnt die Sabbatruhe –, sticht Claude Sternberg aus der Menge hervor. Mit der angekündigten Kopfbedeckung, einer reflektierenden Sonnenbrille sowie einer tragbaren Lautsprecheranlage um Hals und Hüfte ist der 55-Jährige problemlos als Guide auszumachen.
Der gebürtige Luxemburger, Sohn wohlhabender jüdischer Eltern, zählt zweifelsohne zu den Polyglottsten seiner Zunft in ganz Israel. Sein Namensschild inklusive «Tour Guide Licence» listet nicht weniger als fünf Sprachen auf, in denen er seine Erklärungen abgeben kann: auf Hebräisch, Englisch, Französisch, Deutsch und selbstverständlich auch in Luxemburgisch. Denn auch wenn er sich als junger Mann gegen seine Geburtsheimat und für seine religiöse Heimat entschied, 1979 folgte er endgültig dem Ruf Zions und zog nach Israel, seine Muttersprache hat er auch in 30 Jahren Abwesenheit – trotz anders lautender Begrüßung – nicht verlernt. Und zum regelmäßigen Auffrischen gibt es hinreichend Gelegenheit: durch luxemburgische Touristen in der neuen oder durch Familienbesuche in der alten Heimat.
Als Tour-Guide geht Claude Sternberg gleich in medias res. Er führt seine Gäste in einen Hain im Schatten des David-Turms und legt los – nicht ohne vorher die besondere Bedeutung Jerusalems für die drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) zu unterstreichen und zu bedauern, dass die internationalen Medien einem Attentat mit zwei Toten in Jerusalem fast genau so viel Aufmerksamkeit widmen wie einem Erdbeben mit Tausenden Opfern anderswo.
Seit 1984 arbeitet Claude Sternberg als Reiseleiter, kennt seine Materie aus dem Effeff. «Am Anfang war Abraham, 1.800 Jahre vor Christi Geburt, Abraham der Hebräer, was bereits sein Anderssein unterstreicht», beginnt er seinen Vortrag. Es ist der Einstieg in einen rasanten Geschichtskurs zu den Wurzeln des Judentums, also automatisch auch zu denen des Christentums.
Immer wieder versichert sich Claude, ob seine Zuhörer ihm noch folgen. «Wer waren die Kinder Noahs?», will er etwa von ihnen hören. «Hey, ihr müsst das wissen, Frankreich hat sich vom Katechismus verabschiedet, Luxemburg meines Wissens noch nicht», neckt er die verlegenen Touristen. Zum Glück kennt er selbst die Antwort. Und weiter geht’s: Engagiert erklärt er, wieso Saul zum ersten König der Juden wurde (angesichts der Bedrohung durch die Philister) und dass dessen Nachfolger David in Bethlehem zur Welt kam – wie Jesus Christus, so ein Zufall ...
Auf diesen Punkt pocht Sternberg ganz besonders: Der Messias musste in Bethlehem geboren werden, um eine Linie von Jesus zu der Stadt Davids aufzubauen. Bethlehem sei also wichtig, weil David von dort stammt, nur wüssten viele Christen dies nicht, bemerkt er mit leicht vorwurfsvollem Unterton. Schließlich dürfe man nicht so tun, als beginne alles mit Jesus: «Die Bücher des Alten Testaments existierten da schon seit Jahrhunderten und die eigentliche Frage lautet, wieso schrieben einige Juden auf einmal neue? Und warum blendet das Christentum die alten nahezu aus?» Doch Claude Sternberg bremst sich selbst: «Dies zu beantworten, brauche ich mehr als zwei Stunden, also zurück zu David.»
David habe Jerusalem zu seiner Hauptstadt gemacht, zur Hauptstadt der Juden, weil er als König einer neutralen Stadt den Vorzug geben wollte gegenüber seinem Geburtsort Bethlehem oder seinem Stammessitz Hebron. Die Wahl Davids zeitigt bis heute ihre Konsequenzen. Claude Sternberg ist formell: «Jerusalem war, ist und bleibt die Hauptstadt der Juden. Eine heilige Stadt ist es für die beiden Religionen, die sich am Judentum inspiriert, von ihm geschöpft haben, aber das Judentum ist der Stamm, das Christentum und der Islam sind die Äste.»
Die drei monotheistischen Religionen und ihre Beziehungen zueinander sind Sternbergs Steckenpferd. Er bezeichnet die Probleme, die seit Jahrhunderten schwelen und immer wieder ausbrechen, als «großen Familienstreit». Und Streitereien in der Familie gehörten ja zu den unerbittlichsten überhaupt. Ein Buch möchte er darüber schreiben, das hat er sich fest vorgenommen und angefangen hat er auch schon. Sein Titel: «Ismael, Esau und Jakob – diese große Familie». Auf Französisch soll es erscheinen, die Sprache liegt ihm dann doch am nächsten. «Aber fragen Sie mich bitte nicht, wann das Buch fertig ist. Wenn Sie jetzt schon mehr wissen wollen, dann wenden Sie sich bitte an einen Rabbiner, denn die Bibel ist auf Hebräisch geschrieben worden.»
Claude Sternberg lässt keinen Zweifel dran, dass ihm an einer korrekten geschichtlichen Darstellung viel gelegen ist und manchmal wirkt er so überzeugt von seinen Aussagen, dass er fast schon ein bisschen apodiktisch klingt, so, als dulde er keinen Widerspruch. Doch einmal die Fakten geordnet und seine Sicht der Dinge dargelegt, können wir zu der eigentlichen Führung durch die Jerusalemer Altstadt übergehen. In einem schon arg zerfledderten Buch kramt Sternberg einige Pläne hervor, zeigt den Verlauf der Stadtmauer, erläutet, dass hier einmalige 26 archäologische Schichten ausgegraben wurden und dass die Stadt seit der Römerzeit von zwei Hauptarterien durchzogen wird, welche sie in vier Viertel teilen: ein jüdisches, ein christliches, ein armenisches und ein islamisches – die Visite kann beginnen.
Auf dem Weg auf die Dächer des Basars, von wo aus man einen herrlichen Blick auf den Tempelberg mit der goldenen Kuppel des Felsendoms und den dahinter liegenden Ölberg hat, gibt er Auskunft über seine «Auswanderung», die aus seiner Sicht einer Einwanderung gleich kommt oder vielmehr einem Aufstieg, so die wortwörtliche Übersetzung der jüdischen Bezeichnung Alyah.
«Ich war im ersten Schuljahr, da fragte mich mein Vater, wie ich mich in der Klasse beim Morgengebet verhalten würde. Ich bete mit, antwortete ich. Darauf mein Vater: Ab morgen nicht mehr.» Diese Erfahrung gibt dem jungen Claude zu denken. Es wird ihm bewusst, dass er anders ist, einem anderen Volk angehört, denn das Judentum sei weder eine Religion, noch eine Nationalität, es sei ein Volk. «Seit ich denken kann, bin ich Zionist, also der Überzeugung, mit Gott und seinem Volk in seinem Land leben zu müssen.»
Es kommt, wie es kommen muss: Als junger Mann reist Claude in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre gleich dreimal nach Israel. Zuerst denken seine Eltern noch, es sei nichts Ernstes, doch am 25. Mai 1979 – im Alter von erst 24 Jahren – macht er seine Alyah. Als Jude ist die Einwanderung kein Problem, denn jeder Jude auf der ganzen Welt hat das Recht, sich von heute auf Morgen in Israel niederzulassen und automatisch die israelische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Dem entgeht auch Claude Sternberg nicht, doch er darf seine luxemburgische Nationalität behalten. Auf die französische, die er aufgrund seiner Mutter auch besaß, hat er zuvor verzichtet – «sonst wäre ich eingezogen worden». Trotzdem dient Claude: Als Soldat der israelischen Armee erlebt er 1982 den Libanon-Krieg hautnah.
Natürlich sei es ihm schwer gefallen, Freunde und Familie zu verlassen, bereut habe er den Schritt aber nicht: «Ich hatte das Gefühl, in Israel meine wahre Identität zu entdecken.» Auch das Familienglück lässt nicht lange auf sich warten. 1984 lernt Claude seine künftige Frau Patricia kennen: «Ich war ihr Guide, ihr Pech.» Patricias Vater ist der einzige Überlebende seiner Familie des Warschauer Gettos. Nach dem Krieg wandert er nach Argentinien aus, als aber dort die Armee die Macht übernimmt, geht er nach Brasilien, da ist Patricia gerade sieben. Die zieht es später nach Israel, freundet sich dort, während einer Rundreise, mit ihrem Luxemburger Reiseleiter Claude Sternberg an. Ein Jahr später, 1985, wird in Luxemburg der Bund fürs Leben geschlossen. Der Ehe entspringen zwei «Engel»: Rafael (23), der 2006 den Libanon-Krieg mitmachte, und Gabriel (21), der bei der Gaza-Invasion Anfang 2009 kämpfte. Wie der Vater, so die Söhne ...
Von den Dächern von Jerusalem geht es hinunter zur Klagemauer. Durch einen arabischen Souk, vorbei an christlichen Kirchen stets umgeben von lässig gekleideten Touristen, vermummten Muslimen und ultra-orthodoxen Juden. «Hier konzentriert sich alles, das muss man auf sich wirken lassen und erst einmal verdauen. Es ist nicht so einfach wie in Luxemburg.»
Als Reiseleiter geht Sternberg souverän mit dieser bisweilen hoch explosiven Mischung um. Auseinandersetzungen sind schlecht fürs Geschäft, zu Zeiten des offenen palästinensischen Widerstands hat er das am eigenen Leib erfahren. Kaum noch einer brauchte einen professionellen Guide. Während der ersten Intifada verkaufte er Aquarienfische, während der zweiten ließ er sich zum Gärtner ausbilden, weshalb er heute noch Touristen mit seinem Wissen über die einheimische Flora beeindrucken kann. Mittlerweile brummt das Geschäft aber wieder. Und seitdem er eine Reisegruppe des «Petit Futé» durch die Gassen der Jerusalemer Altstadt lotste und die sich mit einem Hinweis in ihrem Reiseführer bei ihm bedankte, hat er genug zu tun.
Am Tag nach dem Treffen mit den Landsleuten bereist er mit einer Gruppe von 47 Senegalesen ganz Israel, von der Nordspitze bis zum Südzipfel. Auf die Sabbatruhe muss er dann verzichten. «Ich bin Traditionalist, esse koscher, respektiere den Shabat so gut es geht, aber wenn Arbeit ansteht, hat sie Vorrang.» Problematisch sei dies schon, doch im Leben müsse man Entscheidungen treffen. Und Touristen die Bedeutung des Judentums und Israels erklären, sei ihm in diesem Falle wichtiger. Was die insgesamt 613 jüdischen Gebote angeht, meint Claude: «Jeder nach seinem Niveau. Ich kenne niemanden, der sich an alle hält.»
Vor der Klagemauer, die den Stellenwert einer Synagoge hat, wird die Kippa aufgesetzt. «Hier hätte Abraham seinen Sohn Isaak opfern sollen, was Gott im letzten Augenblick verhinderte. Um oben auf dem Berg einen Tempel zu errichten, mussten zuerst die Flanken gestützt werden, durch Mauern wie diese.» 48 Meter lang und 18 Meter hoch ist die Klagemauer, die gesamte Westwand misst 488 Meter. Früher durften die Juden nur an einem Tag im Jahr zu ihr, unter den Briten hatten sie dann freien Zugang und seit 1967 – dem Jahr, in dem sie die Stadt «befreiten» – regelt Israel den Zugang zum Tempelbergbezirk, der Felsendom oben drauf gehört ja zu den heiligsten Stätten des Islam.
Apropos Islam: Wie sieht Claude Sternberg die Zwei-Staaten-Lösung mit einem unabhängigen Palästina? «Kritisch, wie vieles, das vom Westen vorgeschlagen wird, ohne die Lage vor Ort richtig zu kennen.» Schließlich gebe es mit Jordanien bereits einen Palästinenserstaat. «Und einen zweiten auf Kosten Israels lehne ich ab. Wir tolerieren ja die Palästinenser in unserem Land, aber ihnen schwebt ein judenfreier Staat vor. Das kann nicht gehen.»
Um die vertrackte Lage im Nahen Osten zu verstehen, reiche die traditionelle Sichtweise des Okzidents nicht aus, ist Claude Sternberg überzeugt. Wer einen dauerhaften Frieden wolle, müsse schon die Bibel – das Alte Testament, vor allem die fünf Bücher Mose – studiert haben, am besten im hebräischen Original. Sonst sei jeder Vermittlungsversuch zum Scheitern verurteilt. «Die Bibel ist kein Micky-Maus-Heft! In ihr wird die Geschichte der Menschheit beschrieben, mitsamt den Zeugungen, von denen die heutigen Völker noch immer abstammen. Wenn ich also von Religion rede, meine ich nicht ein religiöses Gesetzbuch, in dem Gott vorgibt, wie wir uns auf Erden zu verhalten haben. In der biblischen Prophezeiung offenbart Gott seinen Willen, die Weltgeschichte durch die Entwicklung der Menschheit voranzutreiben. Dabei erhielt sein Volk die Aufgabe, den anderen Nationen den Sinn der Moral sowie des Monotheismus zu vermitteln: Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein, heißt es im zweiten Buch Moses, Kap. 19, Vers 6. Das Volk Gottes hat aufgrund dieser Sonderstellung sehr viel Leid auf sich nehmen müssen.» Wer das nicht verstehe, so Sternberg, könne auch nicht verstehen, wie es zur Schoah kommen konnte, wie ein Land, das Leute wie Goethe und Schiller hervorgebracht hat, Millionen Juden ermorden konnte.
Den Zionismus definiert Claude indirekt als Reaktion auf den Antisemitismus: «In den Ländern Ismaels, also den islamischen, wollte man uns Juden kein Aufenthaltsrecht geben, also keine Erde. In den Ländern Esaus, also den christlichen, hat man uns den Himmel weggenommen, denn wir konnten nicht ins Paradies kommen. Also blieb uns nur noch der Horizont. Mit Israel ist diese Situation überwunden, daher die zionistische Bewegung. Die anderen Nationen müssen verstehen, dass die Hebräer wieder in ihrem Land sind.» Und nun wolle man den Israelis auch noch ihr «Homeland» streitig machen. Der Westen, der ihnen dieses Land einst zugestand und schon Teile davon amputiert hat, ist in Sternbergs Augen schlecht bestellt, Ratschläge zu erteilen.
Auf der anderen Seite tue sich Israel verständlicherweise schwer, mit Ländern zu verhandeln, die ihm sein Existenzrecht absprechen. Nein, man müsse schon in der Bibel nach Lösungen suchen. Und eine Lösung, davon ist Claude Sternberg felsenfest überzeugt, gibt es nur, wenn sich Ismael, Esau und Jakob wieder als Mitglieder einer großen Familie erkennen, wenn sich die drei großen monotheistischen Religionen also ihrer gemeinsamen Wurzeln bewusst werden und sich auf ihre gemeinsame Geschichte besinnen.


«De Prënz gleeft nach un de Kleeschen»

Eigentlich stand Claude Sternbergs Lebensweg bei seiner Geburt am 18. November 1954 bereits fest. Sein Großvater Louis und dessen Bruder Max hatten ein bekanntes «Hartwarengeschäft» aufgebaut (weil es dort alles gab außer Lebensmittel und Kleider). Später leiteten Claudes Vater Rudy, dessen Schwager Jean Schneider (sein Sohn Pierre ist heute Honorarkonsul von Israel in Luxemburg) sowie Paul Seckler, ein Cousin des Vaters, den Laden, bei dem es sich – richtig geraten – um den «Sternberg» im Herzen der Stadt (Ecke Rue du Curé / Rue du Fossé) handelte. Vor allem in Sachen Spielzeug war der Laden über Jahrzehnte die Referenz in Luxemburg. Drei der insgesamt fünf Stockwerke ließen Kinderherzen höher schlagen. In dieses Spielparadies hinein war der junge Claude geboren worden und eigentlich gingen alle davon aus, dass er das Familienunternehmen, das später sogar Filialen in Esch, Differdingen, im «Bazar de Bonnevoie» und kurzzeitig auch in Ettelbrück besaß, übernehmen würde.
Und früh übt sich, wer einmal ein Meister werden will. Als wäre es gestern gewesen, erinnert sich Claude daran, wie er als sehr junger Knabe seinem Vater in einer besonders heiklen Mission aushalf. «Claude, ich brauche dich heute Abend im Geschäft», so Rudy Sternbergs Anweisung. «Um 18 Uhr kommt die großherzogliche Familie mit Prinz Henri, dann musst du mit ihm zusammen spielen und dir merken, was dem Prinzen gefällt. Die Sachen werden wir dann beim Nikolaus bestellen – de Prënz gleeft nämlech nach un de Kleeschen.»
Der Schlachtplan ging auf, aber Claude stand der Sinn dennoch nicht nach dem Geschäft. «Ich sah mich beim besten Willen nicht hinter der Ladentheke, ich wollte draußen sein, im Freien und vor allem in Israel.» Als Guide in Jerusalem hat Claude heute beides: «Ich bin fast ständig in der Sonne, zum Glück liegt die Stadt rund 800 Meter über dem Meer, da sorgt eine Brise hin und wieder für Abkühlung.» Sogar als er sich vor zwei Jahren bei einem Motorradunfall ein Bein brach, hielt ihn das nicht lange von der Arbeit ab: «Anderthalb Monate später kam Abbé Claude Bache mit einer Pilgergruppe aus Luxemburg. Auf Krücken lief ich durch das ganze Land, 40 Personen im Schlepptau.»
Zu Claude Bache pflegt Claude Sternberg, aller Unterschiede zum Trotz, ein freundschaftliches Verhältnis. Der Pilgerdirektor der Erzdiözese Luxemburg kann dies nur bestätigen: «Seine Führungen sind stets sehr interessant. Während er vor allem auf die jüdische Geschichte eingeht, gibt er mir die Möglichkeit, die christliche Sicht der Dinge zu erläutern, die meine Reisegruppen nicht missen wollen.»
Dass er mit seiner Entscheidung, dem Ruf Zions zu folgen, auch das Schicksal des «Sternberg» besiegelte, dessen ist sich Claude bewusst. Auf einmal stand sein Vater allein in der Verantwortung und als ihm das zu viel wurde, verkaufte er den Laden. Das war in den 1980er-Jahren und an die Stelle des Spielzeugs rückte das Porzellan von Villeroy & Boch.
Zweimal im Jahr reist Claude nach Luxemburg, um seiner Mutter Colette einen Besuch abzustatten. Seine in London lebende Schwester Eliane wollte sie zu sich zu nehmen, im Gegensatz zu ihren Kindern mochte sie dem Großherzogtum den Rücken aber nicht kehren.
Claude Sternberg freut sich immer über Besuch aus der alten Heimat. Wer sich von ihm Jerusalem oder Israel zeigen lassen möchte, der nimmt am besten via E-Mail Kontakt zu ihm auf stclaude@013.net.il. «Ohne Guide sieht man vielerorts nur alte Steine», so Sternberg, der verspricht: «Eine Reise ins heilige Land wird niemand bereuen. Wer Israel einmal gesehen hat, der kommt immer wieder zurück.» Und sei es nur, um den Sternberg’schen Vorrat an Kachkéis aufzustocken. Also liebe Reisende: Mitbringsel nicht vergessen!

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