Herrin der Broschen
Jahrzehnte lang fristeten sie ein ödes Dasein in Schmuckschatullen. Die Modedesignerin Anatoli Papadopoulou hat Broschen vom Oma-Image befreit und entwirft hierzulande stylische Accessoires.
Text: Tina Noroschadt
tina.noroschadt@revue.lu
Fotos: Ute Metzger
Es ist ein ungemütlicher Nachmittag, als wir die Nachwuchsdesignerin Anatoli Papadopoulou im hauptstädtischen Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean treffen. Die junge Frau mit der markanten schwarzen Brille hat gerade einige vollbepackte Taschen zum Mudam-Shop geschleppt. Stolz präsentiert die 25-Jährige die mitgebrachten Teile aus ihren eigenen Kollektionen und strahlt über das ganze Gesicht. Schon wieder ein Interview mit der Presse. Das kommt in letzter Zeit öfter vor. «Ich kann mich wirklich nicht beklagen. Mein kleines Accessoires-Label Anatoli läuft sehr gut. RTL Lëtzebuerg hat eine Reportage von meinen Lovegloves gemacht und seitdem wollen alle sie haben. Auch andere Zeitungen haben schon Interviews angefragt», erzählt sie und wirkt erstaunlich abgeklärt. Auch beim jüngsten Dexia-Wettbewerb «Business Woman of the year» hat die sympathische Modedesignerin mitgemacht, aber nicht gewonnen. «Das ist aber nicht schlimm», schmunzelt Anatoli Papadopoulou und winkt ab.
Seit sich die Jungunternehmerin im März letzten Jahres selbstständig macht und Broschen, Taschen, Tücher, Gürtel, Ketten und Haarspangen allein entwirft und herstellt, schließt sie mit ihren angesagten Accessoires im Großherzogtum eine Marktlücke. Den Gewinn des «Coup de cœur»-Awards von den «Creative Young Entrepreneurs of Luxembourg» drei Monate später empfindet Anatoli Papadopoulou als Anerkennung für ihre tägliche Arbeit im Atelier im Elternhaus in Strassen. «Natürlich hat mich die Auszeichnung gefreut. Es ist ein Erfolg, der mir die nötige Motivation gibt, mit meinem Label weiterzumachen.» Dennoch will sich die dunkelhaarige Modeschöpferin vom Preis nicht blenden lassen. Anstatt sich auf den Lorbeeren auszuruhen, arbeit sie fleißig für ihre Kunden weiter und feilt ständig an neuen Ideen.
Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Revue Nr.10/01




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