n Kürze Die „Fondatioun Kriibskrank Kanner“ wurde 1989 gegründet und beschäftigt mittlerweile fünfzehn Mitarbeiter, hinzu kommen rund 50 freiwillige Helfer. Die Stiftung finanziert sich zu 97 Prozent aus Spenden, das Gesundheitsministerium trägt nur rund drei Prozent zum Jahresbudget bei. Das gesammelte Geld wird zu 85 Prozent in die Ziele der Stiftung investiert, die restlichen fünfzehn Prozent sind Verwaltungskosten. Am 15. April findet im hauptstädtischen Arendt House ein Informationsabend über die Forschung bei Kinderkrebs statt. Alle Informationen gibt es auf fondatioun.lu. war uns nicht klar. Wir haben nicht alle angebotenen Dienstleistungen in Anspruch genommen, sind aber sehr dankbar für die Unterstützung, die wir bekommen haben. Auch zwölf Monate später ist sie noch immer wichtig – etwa für die psychologische Betreuung unseres kleinen Sohnes.“ Für ihn sei diese Zeit ebenfalls besonders schwer gewesen, wie Sonia erklärt: „Als Eltern waren wir von einem Tag auf den anderen nicht mehr verfügbar, und er hat hautnah erlebt, wie krank seine Schwester war. Die ‚Fondatioun‘ begleitet ihn noch heute – und das tut ihm extrem gut.“ Intensive Phase Genau diese Betreuung und Unterstützung sind eins der drei Hauptziele der 1989 gegründeten „Fondatioun Kriibskrank Kanner“. Sie konzentriert sich vor allem auf psychosoziale, administrative, logistische und finanzielle Hilfe. Verwaltungsratspräsident Gaston Ternes erklärt: „Dieser Pfeiler der Fondation ist historisch betrachtet der erste. Wir entlasten die Familien sofort, indem wir zum Beispiel anfallende Kosten vorfinanzieren und später die Behördengänge übernehmen, um Rückerstattungen zu erhalten. Die Idee dahinter ist, dass Eltern ihre Zeit auf ihre Kinder konzentrieren können. Die beiden anderen Pfeiler – Sensibilisierung und Finanzierung der Forschung – ergeben sich daraus. Letzteres ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass Krebs bei Kindern eine seltene Krankheit ist und deshalb für die Pharmaindustrie nur wenig interessant ist. Seit 2007 sind rund 16 neue Medikamente für Kinderkrebs auf den Markt gekommen, aber 200 für Erwachsene – das zeigt, wie wichtig es ist, Gelder für die Forschung zu sammeln und zu investieren.“ Der Direktor der Stiftung, Pierre Dochen, betont ebenfalls die große Bedeutung der direkten Familienbetreuung: „Die Familie kümmert sich um das Kind und seine Geschwister, die Ärzte und Krankenhäuser um die medizinische Versorgung, und wir übernehmen den Rest. Von der Genehmigung eines Krankenhausaufenthalts im Ausland bis zum Kontakt mit dem Arbeitgeber für Sonderurlaub der Eltern. Natürlich bieten wir dem erkrankten Kind und seiner Familie auch psychologische und therapeutische Unterstützung an.“ Nach einer Diagnose, wie sie Melissa und ihre Angehörigen erhalten haben, sucht, wenn die Eltern es nicht selbst tun, die Stiftung auch den Kontakt zu den Betroffenen, wie Katya Goncalves, Psychologin bei der „Fondatioun“, erklärt: „Oft bekommen wir die Kontaktdaten vom Krankenhaus übermittelt. Dann setzen wir uns mit der Familie in Verbindung, erklären die möglichen Unterstützungen und prüfen, welche individuellen Bedürfnisse bestehen. Jeder Fall ist anders, und wir passen uns an.“ Die erste Kontaktaufnahme sei besonders herausfordernd, da Emotionen dominieren, so Goncalves: „Eine Krebserkrankung bei einem Kind passt nicht in die übliche Lebenslogik. Die Diagnose ist ein Schock. Eltern fragen sich: Was passiert jetzt? Was soll ich tun? Der Alltag wird völlig auf den Kopf gestellt. Doch nach ein paar Wochen, wenn sie sehen, wie wir konkret helfen, kommt oft ein Dankeschön.“

